ADFC Rendsburg - Leserbrief zum Schwebefährenersatz
Leserbrief zum Schwebefährenersatz PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Torben Frank   
Donnerstag, den 31. März 2016 um 13:50 Uhr

(TF) Den Artikel "Kanalamt will nur noch Reserve-Fähre" in der Landeszeitung, nahm der Rendsburger Aktive Torben Frank zum Anlaß für einen Leserbrief. Denn in dem Artikel wurde deutlich, daß das WSA den Fußgängertunnel als ausreichenden Ersatz für die vorerst ausgefallene Schwebefähre betrachtet.

Der Fußgängertunnel hilft dem Radverkehr nicht wirklich. Im FUSSGÄNGERtunnel wird das Fahrzeug Fahrrad nur geduldet. Hinzu kommen die Schwierigkeiten von Tandems, Liegerädern und vor allem Gespannen mit Anhängern, über Fahrstuhl oder Rolltreppe überhaupt in den Tunnel zu gelangen. Für die meisten betroffenen Alltagsradfahrenden stellt der Weg über den Fußgängertunnel auch einen Umweg dar. Ein Ersatzfährverkehr, der die Belange des Radverkehrs berücksichtigt, muß für die Zeit des Ausfalles der Schwebefähre geschaffen werden. Es ist bezeichnend, daß genau das verworfen wurde, wie sie berichten. Demnach wird nur noch Ersatz für die Schulzeiten odere besondere Termine erwogen.
Es gibt derzeit keine feste Kanalquerung für den Radverkehr. Für Kfz gibt es in der Region gleich zwei, eine Brücke und einen Tunnel, die zu Fuß Gehenden haben den Fußgängertunnel. Der Radverkehr wird im Fußgängertunnel nur geduldet. Dem Radverkehr bleiben nur die Fähren. Die Schwebefähre hatte der Radverkehr in der rush hour regelrecht für sich erobert.
Das Fahrrad ist auf dem Papier ein gleichberechtigtes Fahrzeug. In den Amtsstuben wird Radfahren jedoch nur als Schülermobilität und Freizeitbeschäftigung betrachtet. Die Bedürfnisse der Alltagsradfahrenden, die bisher mit der Schwebefähre über den Kanal pendelten, werden ignoriert. Insbesondere die Osterrönfelder und in Osterrönfeld Arbeitende aus Rendsburg sind betroffen. Für sie verlängert sich der Arbeitsweg. Mit Verlängerung der Fahrtstrecke und Fahrzeit sinkt die Attraktivität des Fahrrades als Alternative zur Automobilität. Über 90% der volljährigen Alltagsradfahrenden haben eine Fahrelaubnis für PKW. Den meisten von ihnen steht auch ein PKW zur Verfügung. Der Bedarf an Parkplätzen und auch das Aufkommen an motorisiertem Individualverkehr verändert sich, wenn bisherige Alltagsradfahrer sich in ihr Auto setzen oder Schüler von Mutti oder Vati kutschiert werden. Eltern-Taxis erhöhen das Unfallrisiko vor Schulen und Kindergärten im erheblichen Maße, wie selbst der ADAC erkannt hat. Vor allem droht aber ein Rückfall jener, die wegen der Situation im Tunnel der B 77 gerade erst das Fahrrad für sich als Alternative zum Stau entdeckt hatten.
Im Nationalen Radverkehrsplan ist eine Steigerung des Radverkehrsanteils am Gesamtverkehrsaufkommen als Ziel ausgegeben. Dieser Plan kommt aus Dobrindts Haus. Dessen Behörde WSA hintertreibt diesen Plan jedoch, indem sie die Bedürfnisse des Radverkehrs ignoriert.

In der Schleswig-Holsteinischen Landeszeitung vom 30. März 2016 wurde der Brief gekürzt veröffentlich.

 

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