Globaler Klimastreik 23. September 2023 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: TF   
Donnerstag, den 22. September 2022 um 10:00 Uhr

Dieser Beitrag im Blog des ADFC Rendsburg gibt nicht zwingend die Haltung der Ortsgruppe oder des Verbandes wieder. Hier ruft der Verkehrsrechtliche Sprecher des ADFC Rendsburg Torben Frank zur Teilnahme am Klimastreik auf.

(TF) Die Ortsgruppe Rendsburg des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs setzt sich für die Verkehrswende im Raum Rendsburg ein. Die Mobilitätswende oder Verkehrswende ist ein sehr wichtiger Baustein im Klimaschutz. Wie der Gletscherabgang jüngst in Indien, die Überschwemmungen in Pakistan oder auch im Ahrtal zeigen, geht Klimaschutz uns alle an. Aber auch sicherheitspolitisch ist ein Umdenken notwendig, wie das Verhalten der Rohstofflieferanten zeigt. Wir sind erpressbar, wenn wir weiterhin auf motorisierten Individualverkehr setzen. Dabei ist E-Automobilität keine Lösung. Sie schafft neue Probleme mit Strom-Verbrauch und der Beschaffung von Ressourcen für die Energiespeicher aus anderen Krisenregionen. Alte Probleme wie Raumbedarf und Unfallgeschehen bleiben auch mit E-Autos erhalten.
Daher muss der Kfz-Verkehr reduziert und domestifiziert werden. 25 % aller privaten Autofahrten erfolgen auf Strecken unter 2 km, teilt das Umweltbundesamt mit. Insgesamt 50 % aller aller privaten Autofahrten erfolgen auf Strecken unter 5 km. Nur 25 % gehen über 15 km hinaus. Die Behauptung, die Menschen seien auf das Auto angewiesen, ist häufig eine Lebenslüge der Deutschen. Strecken unter 2 km sind klassische Strecken für den Fussweg. Unter 5 km lohnt sich die Radfahrt, zumal sie innerorts häufig nicht zeitaufwendiger ist, als eine Autofahrt. Für Strecken bis 15 km sind Fahrräder ebenso erste Wahl, das Ebike mit Tretunterstützung als Alternative.
Übrigens leben 75 % der Einwohner der Bundesrepublik in Ballungsgebieten. Nur 25 % leben im ländlichen Raum. Der Raum Rensburg ist ein Ballungsgebiet, die Strecken sind kurz, es gibt den ÖPNV, dazu auch noch das Fahrrad oder Füsse. Ja, der ÖPNV ist unbefriediend aufgestellt, aber das hat seine Ursachen in den Fehlentwicklungen seit den 1970ern, deren Folgen uns heute um die Ohren fliegen.
Es sind die Belange der Menschen, nicht jene der Automobilindustrie, welche Gehör finden sollten. Niemand möchte einen Unfall erleiden oder Angehörige durch einen Unfall verlieren, do die autogerechte Verkehrsraumplanung zielt nicht auf vision zero ab. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit ist ein Grundrecht, welches allen Verkehrsteilnehmern zusteht. Wenn allerdings Verwaltung wie in den 197oer für die Leichtigkeit des Kfz-Verkehrsflusses plant, während das Recht längst besagt, dass die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer Vorrang vor der Leichtigkeit des Verkehrsflusses habe, läuft etwas gehörig schief. Der gegen Radfahrende gerne als Totschlagargument vorgebrachte, von Autofahrenden gegenüber Radfahrenden dagegen selten beachtete § 1 StVO richtet sich auch an Straßenbaulastträger und Verkehrsplaner. Das verdeutlicht der Verweis der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zu § 1 StVO auf die Vision Zero. Wir sollten längst menschengerechte Verkehrsräume haben.
Wenn auf einen Radweg auf dem Ersatzneubau der Rader A7-Hochbrücke verzichtet wird, obwohl dieser Radweg im östlichen Teil des Ballungsraumes Rendsburg enorm verkürzen werden, läuft etwas gehörig falsch. Es wird nichts für die Menschen und ihre Lebensqualität getan, sondern nur für Maschinen und die Profite der Automobilindustrie wird geplant und gebaut. Die Menschen investieren Jahresgehälter in eine volkswirtschaftlich schädliche Maschine, welche rund 90 % des Tages herumsteht. Da der Parkraum nicht ausreicht, wird öffentlicher Verkehrsraum in Anspruch genommen, also stundenlang am Fahrbahnrand, in Einmündungsbereichen oder einfach überall herumgestanden. Die Regeln des § 15 StVO zum Halten und Parken werden auf Kosten der Aufenthalts-, Lebensqualität und vor allen der Verkehrssicherheit gebrochen. In zivilisierten Weltgegenden wird Falschparken rigoros geahndet, deutsche Kommunen jedoch kapitulieren häufig vor dem "Parkdruck", verfolgen und ahnden Verstöße nicht.
Wußtet Ihr, dass ein innerörtlicher Gehweg nach Stand der Technik mindestens 2,5 m breit ist? Fussverkehr soll sich begeen können. Der ca. 80 cm breite an MS Erkrankte am Rollator soll eben nicht vom 5-jährigen auf dem Kinderfahrrad eng überholt werden.  Verkehrsräume sind Lebensräume, auch für die schwächsten Verkehrsteilnehmer. Da sind Sicherheitsäume notwendig, um Begegnungsverkehr zu ermöglichen, das Überholen untereinander. Das ermöglicht Alten und Gebrechlichen Mobilität in ihrem Alltag! Wer sich nicht mehr auf die Straße traut, weil die Aufenthaltsqualität auf dem Gehweg gering ist, weil jeder Sturz der Letzte sein könnte, verliert an Lebensqualität, weil die Alltagsmobilität entfällt.
Sicherheitspoolitische Erwägungen, Verkehrssicherheit, Aufenthalts- sowie Lebensqualität und natürlich der Klimaschutz sind die Gründe, weshalb wir dringend die Mobilitätswende benötigen. Diese beginnt bei jedem individuell, wird aber auch durch Verkehrsraumgestaltung geprägt. Deswegen setzen wir uns für #MehrPlatzfürsRad und #MehrPlatzfürMenschen ein. Wir wollen, dass in Rendsburg, Büdelsdorf jeder Mensch radfahren mag. Und jene, die nicht radfahren können, sollen nicht unnötig durch Radfahrende, auch nach § 2 V StVO auf dem Gehweg radfahrende Kinder und ihre Begleitperson gefährdet werden. Wr wollen menschengerechte Lebensräume.
Und deshalb unterstützen wir das Anliegen von Fridays4Future und People4Future, streiken und demonstrieren.

Freitag, 23. September 2022, 13:30 Uhr Schiffbrückenplatz in Rendsburg.

Im Übrigen sei zur Teilnahme am ADFC Fahrradklima-Test für 24768 Rendsburg, 24782 Büdelsdorf und jede Kommune, in der Ihr radfahrt, aufgerufen! Angesichts der positiven Entwicklungen sollte auch 24787 Fockbek Eingang in das Ranking finden, meine ich (TF).

- Aufruf des Bundesverbands.
- Seite von Fridays4Future Deutschland.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 29. September 2022 um 19:37 Uhr
 

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