Rendsburg

Hier finden Sie Beispiele aus Rendsburg für gute oder schlechte Verkehrsraumgestaltung.



TOP: Lastenrad-Parkplatz in Rendsburg PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: TF   
Samstag, den 28. Januar 2023 um 15:28 Uhr

Am Schiffbrückenplatz wurden Lastenrad-Stellplätze eingeweiht. Insgesamt 7 Bügel wurden in der Innestadt istalliert, teilt die Stadt Rendsburg mit. Wer mal mit Gespann, sei es Kinderanhänger oder Lastenanhänger gefahren ist, weiß wie schwierig es ist, auf kleinem Raum zu parken. Spezialfahrräder stehen vor dem gleichen Problem. Nun finden Lastenradfahrer in der Altstadt und am Paradeplatz sichere Anschlussmöglichkeiten. Das ist doch TOP. - Nun fehlt nur noch die Möglichkeit, sicher und komfortabel dorthin zu gelangen, sei als zynische Anmerkung erlaubt.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 28. Januar 2023 um 15:34 Uhr
 
FLOP: Bushaltestellenumbau PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: TF   
Samstag, den 31. Dezember 2022 um 17:22 Uhr

Um das Jahr 2019 herum wurden im Raum Rendsburg sehr viele Bushaltestellen barrierefrei umgestaltet. Das ist zuerst einmal begrüßenswert. Die Art der Gestaltung erfolgte mit Blick auf die Belange des Radverkehrs nicht nach Stand der Technik. Einige der Haltestellen sollen daher hier exemplarisch besprochen werden.

Haltestelle Grüner Kranz Ri. stauswärts

Diese Haltestelle befindet sich in der Hollesenstraße auf Seite des Seekenbekparks. Es gibt einen zur Straße gehörigen Hochbordradweg neben einem Gehweg. An dem Hochvbordradweg ordnet ein Zeichen 241 StVO eine Radwegebenutzungspflicht an.Im Bereich der Haltestelle ist der Radweg unterbrochen, verliert also seine Stetigkeit im Verlauf. Stetige Benutzbarkeit im Verlauf ist nach der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zu § 2 Abs. 4 eine der Voraussetzungen für die Anordnenbarkeit einer Radwegebenutzungspflicht.
Es wurde eine Bauform gewählt, die als Ausnahme bei nicht-benutzungspflichtigen Radwegen (Angebotsradwegen im Sinne des § 2 IV 2 StVO) bei beengten Raumverhältnissen zulässig ist (vgl. Kap. 3.11 ERA 2010 d. FGSV). Dann ist im Wartebereich eine Kombinations-Anordnung eines Gehwegs (Z. 239 StVO) mit nachrangiger Zulassung des Radverkehrs mit Schrittgeschwindigkeit durch Zusatzzeichen "Radverkehr frei" (Zz. 1022-10 StVO) vorgesehen, im Interesse des Fussverkehrs.

Rechtsfolge der aktuellen Gestaltung: Im Wartebereich muss geschoben werden, weil es keinen Radweg gibt. Wer fahren möchte, kann das auf der Fahrbahn im Mischverkehr tun, weil mangels Steter Benutzbarkeit ie mit Zeichen 241 StVO angeordnete Benutzungspflicht für den Radweg entfällt. Das ist für viele Radfahrende eine unbefriedigende Lösung

Osllandhaus Ri. stadteinwärts

Gestalterisch wird auch hier der Radweg der Schleswiger Chaussee unterbrochen. Aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen ordnen Zeichen 241 StVO eine Benutzungspflicht des Radweges an. Die Haltestelle unterbricht ach hier den Hochbordradweg. Es wird versucht, mit Z. 240 (gemeinsamer Fuss- und Radweg) im Haltestellenbereich diesen Mangel zu beheben. Das ist aber im Interesse des Fussverkehrs und der Verkehrssicherheit unzulässig.

Haltestelle Eckernförder Straße (Ri. Büdelsdorf)

Hier besteht das gleiche Problem wie im ersten Fall der Haltestelle Grüner Kranz.

Fazit

Bei Neugestaltungen von Verkehrsraum muss dieses im Interesse der Verkehrssicherheit nach Stand der Technik erfolgen. Das wurde bei der Kampagne des barrierefreien Umbaus aber offensichtlich unterlassen. Der Radverkehr wird erheblich benachteiligt. Es wurden Konfliktpunkte, Lücken und Rechtsunsicherheiten geschaffen. Und das betrifft nicht nur die drei benannten Haltestellen, sondern mehrere.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 31. Dezember 2022 um 17:26 Uhr
 
TOP: Radweg Hindenburgstraße, aber mit Mängeln PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: TF   
Donnerstag, den 29. Dezember 2022 um 17:20 Uhr

Der einzige Radweg nach Stand der Technik ... nee... leider nicht einmal dieser.

Zuerst das Gute

Es gibt zwischen dem Fussverkehrstunnel unter dem Nord-Ostsee-Kanal, der auch als Radverkehrstunnel fungiert, und dem Fahrradstraßennetz Wehrautal-Moltkestraße nun eine Verbindung. DieRadwegebreite berücksictigt dabei auch die Erfordernisse eines Zweirichtungsradweges. Begegnungsverkehr ist auch mit Spezialfahrrädern oder Gespannen möglich. Die Planer blickten offensichtlich in die Regelwerke. Auch der Anschluss an den Fussverkehrstunnel über eine der vermutich kürzesten Fahrradstraßen-Lösungen ist kreativ. Eine bauliche Veränderung mit Ableitung des Radverkehrs im "Herrschaftsbereich" des WSA wäre aber wünschenswert gewesen.
Wir haben also auf den ersten Blick einen sehr ordentlichen Radweg. Wobei die Frage ist, ob ein Hochbordradweg wirklich zeitgemäß ist. Ein Zweirchtungsradweg wäre auch auf Farbahnniveau realisierbar gewesen, was Konflikte mit Fussverkehr vermieden hätte.

Ein Zweirichtungsradweg ist innerorts hoch problematisch. In diesem Falle kommt aber zum Tragen, dass die Konfliktpunkte Einmündungen und Ausfahrten wegfallen. Mit Blick auf die weitere Führung des Radverkehrsstroms sind weitere Risiken kaum gegeben. Da scheinen die Planer sich Gedanken gemacht zu haben.

Nun die Mängel

Verwendet wurde die Kieler Platte, die normalerweise angenehm zu befahren ist. Im Stadtgebiet gibt es positive Beispiele. Radfahrende mit körperlicher Einschränkung beklagen, dass die Platten in der Hindenburgstraße wohl nicht sauber verlegt wurden. Ein Aktiver mit Verletzungsfolgen nach Arbeitsunfall beklagt Schmerzen durch Erschütterung, die er etwa im Eiland nicht hätte, wo die gleiche Platte verlegt wurde.

Von der Preußerstraße, einer in Gegenrichtung freigegebenen Einbahnstraße ist die Auffahrt auf diesen Radweg nicht berücksichtigt worden. Dementsprechend ist auch die Abfahrt dorthin nicht möglich.

Die Belange des Fussverkehrs wurden nicht berücksichtigt. Gerade auf einer wichtigen Zuwegung zum NOK-Fussverkehrstunnel gibt es viel Fussverkehr. Die Mindestbreite für neue Gehwege ist 2,5 m, wie die alte Bundesregierung im Herbst 2021 ausführte.Kurz vor dem Einmündungsbereich Wilhelmstraße verschmälert ein erhaltenswerter Baum den Gehweg dermaßen, dass Konflikte unvermeidbar sind. Auf einem Zweirichtungsradweg auf einer Veloroute ist es lebensgefährlich. Dabei muss auch berücksichtigt werden, dass Aufmerksamkeit für eine Verkehrssituation nach Erkenntnis der Verkehrspsychologie die Aufmerksamkeit für das übrige Verkehrsgeschehen senkt. Wer Fussverkehr ausweichen muss, hat unter Umständen keinen Blick mehr für einbiegenden Gegenverkehr.

Ohne offensichtliche Notwendigkeit wurde grob rechtswidrig eine Radwegebenutzungspflicht mit Zeichen 241 StVO angeordnet. Und nein, bloßer Linienverkehr rechtfertigt keine Radwegebenutzungspflicht. Auch rechtfertigt die Erfüllung von Mindestbreiten keine Benutzungspflicht. Gute Radwege brauchen sowieso keine Benutzungspflicht, sondern werden benutzt. Denn Radfahrende wünschen sich gute Radverkehrsinfrastruktur. Selbst vehicular cycling, also das Radfahren "mitten auf der Straße" erfolgt nicht trotz Radweg, sondern wegen der schlechten Qualität eines Radwegs.
Neben der qualifizierenden Gefahrenlage nach § 45 StVO ist vor allem aber bei Neuanordnungen die Erfüllung des Standes der Technik notwendig. Dabei muss nicht nur der Radweg Erfordernisse wie Mindestbreite oder Sicherheitstrennstreifen erfüllen. Die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zu § 2 Abs. 4 StVO verweist auch auf die Belange des Fussverkehrs. Gerade bei Hochbordradwegen sollen so radwegetypische Konflikte mit Fussverkehr verhindert werden. In Randnummer 9 der VwV-StVO zu § 2 Abs. 4 lesen wir:

Benutzungspflichtige baulich angelegte Radwege dürfen nur angeordnet werden, wenn ausreichende Flächen für den Fußgängerverkehr zur Verfügung stehen.

Die Mindestbreite für einen Gehweg betrug schon während der Planungsphase 2,5 m. Diese wird durchgehend erheblich unterschritten, wohlgemerkt auf einer wichtigen Zuwegung zum NOK-Fussverkehrstunnel.

 
FLOP: Rechtswidrige Neuanordnung einer linksseitigen Radwegebenutzungspflicht PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: TF   
Mittwoch, den 28. Dezember 2022 um 19:25 Uhr

In der Eckernförder Straße in Rendsburg tauchte im Winter 2020/21 plötzlich ein neues Zeichen 241 StVO hinter der Bushaltestelle stadtauswärts auf. Das ist das blaue runde Gebotszeichen, dass einen getrennten Geh- und Radweg anzeigt und an einem straßenbegleitenden Radweg eine Benutzungspflicht anordnet.

Die Benutzung von in Fahrtrichtung links angelegten Radwegen in Gegenrichtung ist insbesondere innerhalb geschlossener Ortschaften mit besonderen Gefahren verbunden und soll deshalb grundsätzlich nicht angeordnet werden. (VwV-StVO zu § 2 Abs. 4 Rn. 33)


Linksseitiges Z. 241 StVO, Eckernförder Str., RendsburgDer baulich vorhandene Hochbordradweg ist etwa 1,3 bis 1,4 m schmal. Einen Sicherheitstrennstreifen zur Fahrbahn gibt es nicht. Das Mindestmaß für Einrichtungsradwege ist 1,5 m (VwV-StVO zu § 2 Abs. 4) bzw. 1,6 m plus 0,25 m Sicherheitstrennstreifen zur Fahrbahn (ERA 2010 d. FGSV). Das Lichtraumprofil eines Radfahrenden beansprucht in der Breite 1 m. Für Begegenungsverkehr wären daher mehr als 2 m notwendig. Entsprechend liegen die Mindestmaße für Zweirichtungsradwege über 2 m.

Die Gefahr liegt in Verhaken der Lenker und Sturz auf die Fahrbahn. Solche Unfälle können tödlich enden.
Das Verkehrszeichen ordnet nach § 2 IV StVO eine Benutzungspflicht für den Radweg an. Radwegebenutzungspflichten dürfen aber nur bei qualifizierender über das normale Maß hinausgehender Gefahrenlage angeordnet werden (§ 45 StVO). Hier wird eine Gefahrenlage erst erzeugt.
Hier liegt ein schwerer Emessensfehler vor. Eine mögliche rechtliche Interpretation ist daher die Nichtigkeit der Anordnung nach § 44 VwVfG.

Das es an Stetigkeit fehlt, die Buhaltestellengestaltung den Radweg unterbricht sind andere Aspekte. Hier geht es um den linksseitigen "Stummelradweg" zwischen Bushaltestelle und Kreuzung mit der Gerhardstraße.

Für die Praxis interessant ist, was sich ergibt, wenn ein Radfahrender aus Büdelsdorf kommt und bis zur Hollesenstraße durchfährt. In der Bfrisch sanierten Hollerstraße-West in Büdelsdorf wird der Radverkehr auf der Fahrbahn geführt. Ab Mühlenstraße dürfen wir optional mit Schrittgeschwindigkeit auf dem Gehweg fahren, nachrangig (Z. 239 + Zz. 1022-10 StVO), Oder wir bleiben auf der Fahrbahn und dürfen ab dort auch schnell fahren. Hinter dem Bahnübergang gibt es einen Angebotsradweg. Den dürften wir wahlweise benutzen, müssen es aber nicht. Der ist auch gefährlich, weil der Gehweg recht schmal ist, außerdem der breite Hochbordradweg als Zweirichtungsradweg fungiert. Wir fahren auf der Fahrbahn weiter, weil das objektiv sicherer ist. Kurz vor der Kreuzung mit Gerhard- und Flensburger Straße sollen wir nun auf den linken Radweg wechseln. In dem Abschnitt der Eckerförder Straße dahinter in Richtung Hollesenstraße müssen wir wieder die Seie wechseln. Dort gilt wieder das Fahrbahnbenutzungsgebot für Fahrzeuge und das Benutzungsrecht für den Angebotsradweg in Fahrtrichtung rechts. Wir fahren also auf der Fahrbahn weiter.

Dieser absurde Rechtsbruch ist eindeutig ein Flop.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 28. Dezember 2022 um 19:26 Uhr
 
FLOP - Radverkehrsführung an Baustellen, Streckensperrungen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: TF   
Sonntag, den 06. Februar 2022 um 19:29 Uhr

Im ADFC Fahrradklima-Test erhält die Stadt Rendsburg seit Jahren ein knappes Ausreichend für die Radverkehrsführung an Baustellen. Diese Note ist eigentlich noch zu gut. Denn eine Radverkehrsführung wird gar nicht berücksichtig.

- Radwege, auf denen Baustellen bestehen, sind einfach ersatzlos gesperrt.Leider fahren dann viele Radfahrende verbotswidrig auf dem Gehweg, anstatt regelkonform auf die Fahrbahn auszuweichen.

- Ist ein Gehweg gesperrt, wird am Radweg ein Zeichen 239 aufgestellt, welches den Radweg zum Gehweg umfunktioniert. Leider fahren dann viele Radfahrende verbotswidrig auf dem Gehweg, anstatt regelkonform auf die Fahrbahn auszuweichen. Zuletzt war das Ende 2021 in der Itzehoer Chaussee vor dem NOK-Fussverkehrstunnel der Fall.

- Die gesamte Straße wird mit zeichen 254 stVO für den Radverkehr gesperrt. Das ist eine diskriminierende Lösung. Ohne Umleitungswegweisung ist das nicht akzeptabel. Im August und September 2021 war die Brückenstraße in Richtung Büdelsdorf auf diese weise am thormannplatz gesperrt.

u.v.m.

 
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