BLOG

Hier berichten wir, wo und wie wir für Sie aktiv sind. Der letzte Besuch einer Verkehrsausschußsitzung gehört genauso dazu wie der Eindruck von der letzten Tour.



Klinter Weg. Das Desaster der "Velorouten" von "RadStark" PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: TF   
Sonntag, den 19. Juni 2022 um 20:35 Uhr

Beiträge im Blog geben nicht zwingend die Meinung des ADFC oder der Ortsgruppe wieder. Der Blog ist Raum für die Einzelmeinung einzelner Aktiver des ADFC Rendsburg. In diesem Beitrag kritisiert der Verkehrsrechtliche Sprecher des ADFC Rendsburg Torben Frank die aktuelle Ausgestaltung der Velorouten.

Begegnungsverkehr auf der Veloroute im Klinter Weg.

(TF) Ursache allen Übels bei der Veloroutenplanung von RadStark!, bei welcher der ADFC übrigens nicht beteiligt oder nur angehört wurde, sind die für die Förderanträge eingereichten Routen. Es muss angemerkt werden, dass es ein anderes Planungsbureau war als jenes, dass jetzt die Ausführung begleitet.
Von Anfang an wurde kritisiert, dass die Führung der Velorouten entlang lauter, Kfz-lastiger Hauptstraßen erfolgen sollte. Der Eindruck war, dass die unzumutbaren Hochbordradwege vor allem der B 203 mit diesen Mitteln saniert werden sollten. Dabei wurde wohl nicht bedacht, dass es infolge der Erkenntnisse der Unfallforsch zu radwegetypischen Unfällen Mindeststandards gibt. Und für eine Veloroute ist die Latte noch einmal höher angelegt, da eine Radverkehrsanlage dann das sichere Nebeneinanderfahren oder Überholen, aber auch das zügige Vorankommen ermöglichen soll. Die Mindestmaße können in den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen der FGSV (ERA 2010) nachgelesen werden. Es genügt also nicht, einfach einen Buntstift zu nehmen und entlang der Hauptstraßen bunte Linien zu malen. Zum Einen bedarf es geeigneter Infrastruktur, zum Anderen ist eine Netzfunktion nötig. Es nützt nichts, eine Veloroute im Grüngürtel am Ortsrand zu planen, wenn über sie nicht Ziele des Alltagsradverkehrs erschlossen werden.
75 % aller privaten Autofahrten erfolgen auf Strecken unter 10 km. Im Raum Rendsburg ist die Situation noch dramatischer. Selbst kürzeste Strecken werden mit dem Auto fortgelegt. Es liegt also im ureigensten Interesse im Sinne der Lebensqualität der Menschen in der Stadt, möglichst viel Pendlerverkehr auf das Fahrrad zu bringen. Attraktive Angebote erleichtern den Umstieg. Radfahren schont nicht nur die private Haushaltskasse, sondern senkt auch die Ausgaben einer Kommune. Der volkswirtschaftliche Nutzen ist also nicht nur in Bezug auf Gesundheit und Umweltschutz hoch, sondern auch auf Infrastrukturausgaben. Gerade klamme Kommunen wie Rendsburg leiden unter den Kosten des Kfz-Verkehrs.

Aber was macht eine Veloroute aus?

Es ist eine Vorzugsstrecke des Radverkehrs. Ideal sind eigenständig geführte Radwege oder Fahrradstraßen. Radfahrende wollen vom Kfz-Verkehr separiert, aber nicht auf dafür ungeeignete Flächen gezwungen werden. Das subjektive sicherheitsempfinden ruft nach radweg. Die objektie Gefährlichkeit von üblichen Radverkehrsanlagen spricht jedoch dagegen, irgendeine Verkehrsfläche als Radweg zu deklarieren.
Wegen der Konfliktpotentiale von Rad- und Fussverkehr ist die Trennung des Radverkehrs vom Fussverkehr geboten. Daher sind schmale eigenständig geführte gemeinsame Fuss- und Radwege wie der "Schulweg" in Büdelsdorf für Veloroutenkonzepte leider ungeeignet.Bei RadStark! sind die Planungen für den Weg von der Untereider zum Stadtpark sehr vielversprechend. Die Breite des Zweirichtungsradweges erlaubt zügiges Fahren und Überholen; der Fussverkehr bekommt eine eigene Verkehrsfläche.
Radfahrende wünschen sich ruhige Führungen mit möglichst wenig Kfz-Verkehr. Komfortabel soll der Untergrund sein, wenig Rollwiderstand bieten. Um Alltagsradverkehr attraktiv zu machen, muss ein zügiges Vorankommen möglich sein. Das Fahrrad soll im Alltagsverkehr als Mobilitätsträger mit dem Automobil konkurrieren können. Deshalb ist ein zügiges Vorankommen wichtig. Im Interesse der Verkehrssicherheit wird dieses zügige Vorankommen auf geeigneter Infrastruktur nach Stand der Technik ermöglicht.

Radverkehrsförderung bedeutet attraktive Infrastruktur zu schaffen

Schlechte zu einer Straße gehörige Infrastruktur wie die üblichen, unzumutbaren Hochbordradwege ist unsicher, außerdem unkomfortabel. Es bedarf vernüftiger Lösungen nach Stand der Technik, welche:
a) dem Fussverkehr Raum und aufenthaltsqualität belassen,
b) auch für unsichere, ängstliche Radfahrende attraktiv sind, etwa geschützte Radfahrstreifen oder echte Fahrradstraßen,
c) ein zügiges und objektiv sicheres Vorankommen ermöglichen, um den Radverkehr wettbewerbsfähig mit anderen Mobilitätsformen zu halten,
d) den Blick nicht nur auf Schülerinnen und Schüler oder Freizeitradfahrende, sonder auf den Alltagsradverkehr auch mit Lastenrad, Liege-Trike oder Kinderanhänger zu wefen,
e) das Fahrrad als gleichberechtigtes Fahrzeug ernstnehmen, also für Rechtssicherheit durch Verkehrsraumgestaltung sorgt, auch mal dem Radverkehr Vorrang gewährt,
f) im Sinne der Verkehrsflächengerechtigkeit dem Kfz-Verkehr auch mal etwas wegnehmen, wenn der Raum ansonsten nicht ausreicht.

Natürlich ist der Straßenquerschnitt ein entscheidender Faktor, was denn möglich ist. Manchmal ist es sinnig, den Radverkehr im Mischverkehr auf der Fahrbahn einer Hauptstraße fahren zu lassen, parallele Wohnstraßen als Fahrradstraßennetz den Radfahrenden als ruhigere Alternative anzubieten. Und das ist einer der Nebeneffekte einer Veloroute, sie bietet die automobilreduzierte Alternative zur lauten, stinkigen Straße ohne zumutbaren Radweg. Die Veloroute auf der Kaistraße in Kiel ist wegen des maritimen Flairs trotz Kfz-Aufkommen attraktiv. Auf Abschnitten läßt sich so etwas auch nicht vermeiden. Aber dort war der notwendige Straßenquerschnitt auch vorhanden.

Umsetzungs-Desaster Klinter Weg (Veloroute 4)

Im Prinzip läßt sich der Klinter Weg in vier Abschnitte teilen. Er beginnt innerorts in Rendsburg an der Hollesenstraße (B203) es folgt bald das Ortsschild. Innerorts gibt es Mischverkehr auf der Fahrbahn. An einem Gehweg steht ein Zeichen 239 "Gehweg" mit Zusatzzeichen "Radverkehr frei". Nachrangig dürfen unsichere Radfahrende also mit Schrittgeschwindigkeit auf dem Gehweg fahren.  Dieser Abschnitt ist für die Veloroute ohne Relevanz, weil diese die Eiderbrücke (Blaue Brücke) mit Fockbek verbinden soll. Ebenso der zweite Abchnitt, der außerörtliche Abschnitt zwischen Rendsburg und Blauer Brücke istfür diese Betrachtung ohne Relevanz. Dort gibt es übrigens auch den Mischverkehr auf der Fahrbahn. Mit inkonsistenter Beschilderung wird Radverkehr nachrangig mit Schrittgeschwindigkeit auf dem Gehweg geduldet. Kurz gesagt: wer zügig aus Rendsburg über die Eiderbrücke möchte, fährt "mitten auf der Straße". Es gibt dann noch den außerörtlichen Abschnitt zwischen Fockbek und Blauer Brücke sowie den innerörtlichen Bereich in Fockbek.

Zuerst das Gute, der Fockbeker Abschnitt.

Wir fangen in Fockbek an. Da gibt es eigentlich nicht viel zu bemängeln. Es ist eine Fahrradstraße von Großer Reihe bis Ortsausgang. Das ist schon einmal im Sinne einer Veloroute. Markant ist jedoch, dass viele Radfahrende sich auf den Gehweg verdrücken; das ist ein klarer Indikator dafür, dass die Fahrradstraße nicht funktioniert. Hier ist das hohe Kfz-Aufkommen das Problem, wobei Kfz-Führer das Prinzip Fahrradstraße nicht verstanden haben. Es ist immer wieder im Raum Rendsburg von Kfz-Führern zu hören, Fahrradstraßen seien Straßen, wo der Radverkehr ausnahmsweise auf der Fahrbahn stattfände. Ohnehin gibt es viele urbane Legenden und krude Auffassungen zum Verkehrsrecht, wenn es um die verachteten Fahrradfahrenden geht.
Der Fehler liegt im Kfz-Durchgangsverkehr. Dass es anders laufen kann Am Stadttor und Am Brummersiel in Fockbek. Dort gilt "Anlieger frei", schon funktionieren Fahrradstraßen besser. Fahrradstraßen sollen einen Mehrwert für den Radverkehr haben. Dort ist der Ansatz entsprechend besser. Das System bietet übrigens unter anderem eine Querverbindung zwischen Klinter Weg und Bahntrasse.
Woher kommt das hohe Kfz-Verkehrsaufkommen? Der Klinter Weg fungiert auch als Verbindung zwischen Rendsburg und Fockbek und auch Nübbel. Er ist der kürzeste Weg nach oder von Büdelsdorf oder in die Rendsburger Altstadt. Aber das hohe Kfz-Verkehrsaufkommen ist auch eine Folge dessen, was hinter Fockbek in Richtung Rendsburg geregelt wurde.

Nun das Desaster mit Rechtsbruch: Außerorts von der Brücke bis Fockbek.

Rechtsbruch? Ja, es geht um Verkehrsverwaltungsrecht, wann und wie Verkehrszeichen angeordnet werden dürfen. Vor wenigen Wochen tauchten plötzlich Zeichen 240 StVO auf. Davor waren inkonsistent noch Einzelne vorhanden. Bis dahin galt, dass Radverkehr ab Blauer Brücke einer Benutzungspflicht auf einem gemeinsamen Fuss- und Radweg bis Ortseingang Fockbek unterlag. Aus Richtung Fockbek bestand diese Benutzungspflicht erst ab Klint, also Höhe Friedhof.
Aktuell wurde ein Zeichen 240 StVO, welches nach § 2 Abs. 4 S. 2 StVO die Ausnahme Radwegebenutzungspflicht auf einem gemeinsamen Fuss- und Radweg anordnet, am Ortsausgang Fockbek angebracht. Ein paar Markierungen, kaum mit Lenkerbreite setzen Auf- und Abfahrt.
Was stört daran? Die Verkehrsfläche ist nicht für die Anordnung geeignet, sie ist zu schmal. Auch wenn dieser gemeinsame Fuss- und Radweg außerorts liegt, so sind doch Rad- und Fussverkehrsaufkommen sehr hoch. Die Belange des Fussverkehrs wurden gar nicht beachtet. Das Hochbord ist vielleicht 1,8 oder 2 m breit. Einen Sicherheitstrennstreifen zur Fahrbahn gibt es gar nicht. Ein zügiges, vor allem sicheres Radfahren bei hohem Radverkehrsaufkommen ist nicht möglich. Bei Neuanordnungen  werden die ERA 2010 herangezogen. Diese sehen einen deutlich anderen Querschnitt schon bei geringem Radverkehrsaufkommen vor. Die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zu § 2 Abs. 4 sieht in Randnummer 20 mindestens 2 m lichte Breite bei geringem Verkehrsaufkommen vor, die ERA 2010 mehr. Auch außerorts sind die Belange des Fussverkehrs zu beachten. Zwar ist außerorts der gemeinsame Fuss- und Radweg der Regelfall, aber bei hohem Fussverkehrsaufkommen kann auch Trennung außerorts notwendig sein. Im Klinter Weg ist das Fussverkehrsaufkommen hoch.
Der Klinter Weg ist für den Kfz-Verkehr quasi Sackgasse. Zwischen Ortsende Fockbek und Rendsburg gibt es keine Zufahrt. Am Fockbeker Ende wirkt die Fahrradstraße wie ein Filter. Fahrradstraßen sollen rechtlich einen Mehrwert für Radfahrende haben. Kfz-Verkehr wird nur ausnahmsweise und dazu nachrangig durch das Zusatzzeichen geduldet. Die Fahrradstraße reduziert also das Kfz-Aufkommen. Kurz gesagt: wegen der Fahrradstraße kann es eigentlich nur noch Quell- und Zielverkehr, etwa zum Friedhof im Klinter Weg geben, aber kaum noch Durchgangsverkehr. Der Kfz-Durchgangsverkehr verlagert sich - bei Durchsetzung der Regeln in einer Fahrradstraße - auf die B 203, weil die Nutzung der Fahrradstraße für Kfz-Durchgangsverkehr eigentlich bei Einhaltung der Regeln der StVO unattraktiv ist. Bei dichtem Radverkehrsaufkommen im Klinter Weg fallen Ampeln und Umweg der B 203 für Kfz nicht mehr ins Gewicht.

Was gilt eigentlich in einer Fahrradstraße?

Fahrradstraßen beschränken den Fahrzeugverkehr auf Fahrräder und Elektrokleinfahrzeuge (E-Roller). Fussverkehr findet auf dem Gehweg statt. Anders als auf einem reinen Radweg (Z. 237 StVO) darf Fussverkehr in einer Fahrradstraße bei fehlendem Gehweg am Rand der Fahrbahn gehen. Fahrradstraßen beschränken also nur den Fahrzeug-, nicht den gesamten Verkehr. Fahrräder sind übrigens Fahrzeuge (vgl. § 1 SVG, § 63a StVZO, § 2 StVO); das wird im Raum Rendsburg leider noch von Verwaltungsmitarbeitern ignoriert. Es gilt eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h. Radfahrende dürfen generell zu zweit nebeneinanderfahren. Das ist zwar nach § 2 IV StVO überall erlaubt, aber in einer Fahrradstraße gibt es keine Beschränkungen, außer vielleicht die mögliche Behinderung entgegenkommenden Radverkehrs.
Im Idealfall ist eine Fahrradstraße eine Fahrradstraße. Ein Beispiel ist die Veloroute 10 in Kiel. Dort können Radfahrende mit bis zu 30 km/h zügig vorankommen. Die Geschwindigkeitsbeschränkung macht die Route auch für unsichere Radfahrende attraktiv.
Durch Zusatzzeichen können andere Verkehrsarten zugelassen werden. In Whngebieten wäre "Anlieger frei". Dnn können Eigentümer, Besitzer oder Pächter sowie ihre Besucher ihre Liegenschaften in der Straße auch mit dem Kraftfahrzeug erreichen. In Fockbek wurde es Am Stadttor so gelöst.
Eher inkonsequent und dem Geist einer Fahrradstraße widersprechend ist die Freigabe für Kraftfahrzeuge, wie es im Klinter Weg der Fall ist. Doch was gilt dann für die Kraftfahrzeuge, wenn sie durch das Zusatzzeichen erlaubt werden und einfahren dürfen? Sie sind nachrangig unterwegs, weil sie nur toleriert werden. Sie müssen ihre Geschwindigkeit dem Radverkehr anpassen. Es gibt auch eine Rechtsauffassung, dass die geduldete Verkehrsart sogar dann wartepflichtig ist, wenn die regulär nutzende Verkehrsart ein Hindernis auf seiner Seite hat. Den der Radverkehr darf nicht behindert werden. So wie Radverkehr nur durch Zusatzzeichen nachrangig auf einem Gehweg toleriert werden, explizit nur Schrittgeschwindigkeit fahren dürfen, so ist der Kfz-Verkehr nur durch das Zusazzeichen nachrangig in einer Fahrradstraße geduldet.
Neben Fahrradstraßen gäbe es noch die Fahrradzone als Option. Das wäre ein Netz von Fahrradstraßen.
Am Ende einer Fahrradstraße, wie am Ortsausgang von Fockbek steht ein graues Verkehrszeichen (Z. 244.2 StVO), welches die Fahrradstraße beendet und damit auch die Geschwindikeitsbeschränkung. beendet. Das Verkehrszeichen kann entfallen, wenn ein neuer Bereich folgt, etwa ein Verkehrsberuhigter Bereich ("Spielstraße"), eine Fußverkehrs- oder 30-Zone. Das Beispiel der 30-Zone haben wir in Rendsburg im Bereich des NOK-Fussgänggertunnels. Dort gibt es eine der kürzesten Fahrradstraßen im Bundesgebiet. Sie wird nach wenigen Metern durch die 30-Zone aufgehoben.


Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 14. April 2024 um 00:42 Uhr
 
Sprottenflotte - Bike-Sharing in Rendsburg PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: TF   
Sonntag, den 03. April 2022 um 16:13 Uhr

Beiträge im Blog geben Einzelmeinungen wieder, nicht zwingend den Standpunkt unserer Ortsgruppe. In diesem Beitrag beschreibt unser Verkehrsrechtlicher Sprecher und Tourguide Torben Frank das System der Sprottenflotte, welches er in Kiel selbst nutzt.

(TF) Für Radtouren taugen sie weniger, aber im Alltagsgebrauch sind sie gut. Die Fahrzeuge der Sprottenflotte sind auf Robustheit ausgelegt, dazu kaum auf individuelle Fahrradergonomie anpassbar. Das System ist aber praktisch und günstig. Für den Alltagsgebrauch sind die Fahrräder mit ihren 7 Gängen ausreichend.
Vor wenigen Tagen gab es eine Veranstaltung der VHS Rendsburg mit Janet Sönnichsen und dem Mobilitätsbeauftragten. Darin wurde auch über das Mietradsystem Sprottenflotte ider KielRegion referiert. Seit 2021 gibt es diese Fahrräder auch in Rendsburg, es ist das gleiche Sytem von Nextbike wie in der gesamten KielRegion. Mit der App kann also in Plön. aber wegen Nextbike auch in Dresden oder Berlin ein Fahrrad gebucht werden. In der KielRegion ist die Nutzung in den ersten 30 min derzeit gebührenfrei. Die Auslastung des Systems sei noch nicht optimal. Die Reaktionen im Publikum des Vortrags zeigten auch, dass das System bekannt ist.
Für kleine Radtouren in der Ebene taugen die Fahrzeuge der Sprottenflotte auch. Die sind nicht so schwer wie jene Panzer von DB Call-a-Bike. Wegen der Trommelbremsen würde ich aber kein Gefälle mit Mietfahrrädern fahren wollen, hinten nur Rücktritt an 7-Gang-Schaltnabe, vorne Trommelbremse. Die Sattelstütze läßt sich in der Höhe gut und schnell einstellen. Ich empfehle, vor Buchung einmal Bremshebel, Glocke und Luftdruck zu kontrollieren. Anders als das CampusRad (DB Call-a-Bike) ist die Sprottenflotte (NextBike) aber gut gepflegt. Das Verstauen von Transportgütern ist leider ungünstig gelöst; am besten ist es, nur eine Tasche mitzuführen, diese vor Buchung zu verstauen. Es gibt einen Frontgepäckträger mit Gummigurten, welcher wohl für Rucksäcke und Aktentaschen optimiert ist. Zur Leihe wird einfach die App gestartet, die Kameralinse auf einen QR-Code am Rad gehalten und schon springt die Verriegelung auf. Die Fahrt kann an einem Zielpunkt pasiert werden, eine Rückgabe ist nur an einer Station möglich. Wird das Rad an einem falschen Punkt abgestellt, kann eine Vertragsstrafe anfallen.
In der Region Rendsburg ist das Stationsnetz leider noch dürftig. Außerhalb Rendsburgs gibt es in den Umlandgemeinden bisher nur eine weitere Station in Fockbek. Natürlich kann theoretisch auch ein Sprottenflottenrad auch für die Radtour zu einer Station in Plön genutzt werden. Für Eckerförde - Rendsburg mag es wohl tatsächlich manchmal eine Lösung sein, ein Sprottenflottenrad für die Überlandfahrt zu nehmen.
Die ersten 30 min sind derzeit gebührenfrei. Für jede weitere angebrochene halbe Stude ällt 1 € an. In 30 min können ungeübte Radfahrende etwa 7 km fahren. Das ist etwas weniger als die Strecke von der Fähre Audorf bis zur Fockbeker Station (ca. 9 km).
Die Tagesmiete ist übrigens vertraglich mit 9 € gedeckelt. Das macht ein Sprottenflottenfahrrad vielleicht auch zur Option, wenn das eigene Fahrrad mal ausfällt. Zwar ist die ideale Anzahl eigener Fahrräder im Fuhrpark n + 1 mit n gleich der Zahl im Bestand, aber bei einigen Menschen ist aus den unterschiedlichsten Gründen n = 0. Dann muss das Eine Fahrrad wegen Wartung, Reparatur oder Unfallschaden vorübergehend ersetzt werden. Übrigens muss die gegnerische Kfz-Haftpflicht Ausfallkosten für das Ersatzfahrzeug übernehmen. Dazu sollte dann der eigene Anwalt konsultiert werden. Empfehlenswerter dürften jedoch Mietfahrräder wie jener der Brücke in der Fahrradstation am Bahnhof Rendsburg sein.

Mein Tipp: In Kiel am CittiPark gibtes eine Station der Sprottenflotte. Die RB 75 fährt ab Rendsburg bis Schülldorf bis dorthin. Die Veloroute 10 des Kieler Radwegenetzes beginnt direkt am Bahnhof. Bis zum Campus der Christian-Albrechts-Universität sind es etwa 20 Minuten nahezu kreuzungsfreie Fahrt.

 
Allgemeine Radwegebenutzungspflicht ab 1. April 2022 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: TF   
Freitag, den 01. April 2022 um 12:22 Uhr


- Sondermeldung - Breaking News -


(TF) Eine wichtige Änderung im Verkehrsrecht ergibt sich seit heute. Mit blick auf die Krise in der Automobilindustrie und die Rentenkasse hat das Bundesverkehrsministerium die 1998 wegen des radwegetypischen Unfallgeschehens aus der StVO gestrichene Allgemeine Radwegebenutzungspflicht wiedereingeführt. Bundeswirtschaftsminister Lindner hatte sich aufgeregt, weil er mit seinem Porsche 400 m mit 23 km/h hinter einem adfahrenden hinterhertuckern musste. Wegen Gegenverkehr konnte er nicht überholen. Bundesverkehrsminister Wissing hatte ähnliche Erfahrungen machen müssen, deshalb sofort und unbürokratisch gehandelt. Unter Umgehung des Bundesrats wurde per Notverordnung eine ab heute geltende Änderung der Straßenverkehrs-Ordnung in Kraft gesetzt. Es gilt eine allgemeine Radwegebenutzungspflich ab dem 1. Aprill 2022. Was wie ein Radweg aussieht, ist nach der Verwaltungsvorschrift zu dieser Notverordnung wie ein Radweg zu behandeln. Auf Gehwegen gelte Schrittgeschwindigkeit. In vielen Regionen Deutschlands sei der "ökostalinistische Quatsch, Radfahren komfortabel und sicher zu gestalten" ohnehin nie umgesetzt worden. Die Streichung der allgemeinen Radwegebenutzungspflicht hatte sich ohnehin nie herumgesprochen. Die Radfahrenden führen ohnehin auf Gehwegen, also sei es ohnehin nur eine Legalisierung der Realität, wenn das nun verpflichtend würde", wird ein hoher Beamter zitiert. Veränderungen gäbe es nun nur für die etwa 10 % der Radfahrenden, welche schnell und zügig mitten auf der Straße führen. Diese sollten sich eben ein Auto kaufen, wenn sie schnell vorankommen wollten. Außerdem wäre ein hoher Kraftstoffverbrauch wichtig, um die Kurse von Rheinmetall hochzuhalten.


Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 01. April 2022 um 23:47 Uhr
 
Veloroutenkonzept - Die Alternative PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: TF   
Donnerstag, den 24. März 2022 um 22:40 Uhr

Beiträge im Blog geben nicht zwingend die Meinung der Ortsgruppe iwieder. In diesem Falle kommentiert unser Verkehrsrechtlicher Sprecher Torben Frank die Veloroutenplanung der AG Nachhaltige Mobilität des Stadtnetzwerkes Rendsburg.

(TF)
Velorouten sind die Hauptstraßen des Radverkehrs. Während Radschnellwege vor allem Kommunen verbinden sollen, ein zügiges und kreuzungsfreies Vorankommen auf Langstrecken ermöglichen, ermöglicht eine Veloroute das zügige und komfortable Erreichen von Zielen im Ort. Was seit 1934 selbstverständlich für Automobilität ist, soll aoll auch den Nutzern muskelbetriebener Fahrzeuge möglich sein, nämlich möglichst zügig Ziele zu erreichen.
Im Wirtschaftsraum Rendsburg liegen die Kommunen nahe beieinander. Die Strecken sind kurz. Dennoch wird auf Kurzstrecke häufig ein Auto genutzt. Mit Blick auf den Klimaschutz, aber auch auf die Sicherheitspolitik soll die Mobilitätswende vorangebracht werden. Die Nutzung des eigenen Autos soll nicht mehr wie bisher erste Wahl sein.
Die Entwicklungsagentur Rendsburg hatte das Projekt RadStark angeschoben. Auf die Aktiven der Ortsgruppe Rendsburg des ADFC ging dabei niemand zu. Das Ergebnis der Führung der Strecken entspricht auch nicht unbedingt dem, was für Velorouten üblich ist. Normalerweise werden ruhige Wohnstraßen parallel zu Hauptstraßen zu Fahrradstraßen umgenutzt, wie es bei RadStark mit dem Rotenhöfer Weg vorgesehen ist. Aber bei Radstark wird die Vloroute häufig entlang der lauten und stinkenden Hauptstraßen geplant. Das geschieht, obwohl es schon Achsen wie die Kaiserstraße in Büdelsdorf parallel zur OD der B203 gibt, welche schon heute von Alltagsradfahrenden genutzt werden. Ein Blick auf die Karte der Vellorouten von Radtark erweckt den Eindruck, mit Fördermitteln sollten die unzumutbaren Radwege der Hauptstraßen saniert werden.
Gerade mit Blick auf Büdelsdorf wissen die beteiligten Aktiven des ADFC Rendsburg am Entwurf des Radverkehrskonzeptes für die Stadt Büdelsdorf noch, dass vie Büdelsdorfer im Gespräch Neuer Gartenweg und Kaiserstraße präferierten. Hätte das damalige Planungsbüro mal nachgefragt, hätte der ADFC Rendsburg vielleicht seine Erkenntnisse aus Verkehrserhebungen und Gesprächen zur Verfügung gestellt. Ja, Aktive des ADFC Rendsburg hatten sich unentgeltlich morgens an Straßenkreuzungen gestellt und die Bewegungen der Radfahrenden in definierten Zeitfenstern auf einer vorgefertigten Skizze festgehalten.
Nun gibt es Menschen in Rendsburg, die ie die Aktiven des ADFC regelmäßig im Alltag radfahren. Es ist nämlich ein populärer Irrtum, dass es eine Autobenutzungspflicht für den Weg zur Arbeit oder zum Einkauf gäbe. Radfahren ist Alltagsmobilität. Während also die Aktiven des ADFC wie auch viele andere Menschen aktiv mit dem Fahrrad durch den Raum Rendsburg fahren, hatte das erste Planungsbüro, welches die Streckenplanung für den Fördergeldantrag stellte, die pläne offensichtlich unter Anleitung bestimmter Personen, welche wie so häufig entgegen dem Gemeinwohl ihre Einzelinteressen durchzudrücken versuchen, am Schreibtisch erstellt.
Aktiv Radfahrende fanden sich in der AG Nachhaltige Mobilität des Stadtnetzwerkes Rendsburg zusammen. Das sind Menschen wie Patrick Goeser, welcher es sich nicht nehmen läßt, Buchbestellungen mit dem Lastenrad persönlich auszuliefern. Da versammelten sich also einige der potentiellen Nutzer von Velorouten. Und sie entwarfen ein eigenes Veloroutenkonzept, welches nicht den anderen Bürger/-innen vorenthalten werden sollte. Ich bekam es gestern zugesandt, und sah, dass es gut war.
Ich präferiere im Südosten Büdelsdorfs eher die Achse Wlhelmstrß - Berliner Straße. Aber letztlich sollen es gute Wege werden, mit denen die Ziele wie Schulen, Büchereien und Gewerbegebiete auch gut erschlossen werden. Zügiges und komfortables Radfahren.Das darf aber nicht auf Kosten des Fussverkehrs verwirklicht werden, wie es in der Hindenburgstraße geschehen ist. Und ein weiterer Punkt ist, dass das beste Veloroutenkonzept nichts taugt, wenn Fahrräder in muffigen "Fahrradkellern" verwahrt und mühsam herausgeschleppt werden müssen, wenn die Veloroute von der Haustür aus nicht sicher und komfortabel erreichbar ist.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 01. April 2022 um 17:28 Uhr
 
Petition für eine Kanalquerung für den Radverkehr PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: TF   
Donnerstag, den 03. Februar 2022 um 15:34 Uhr

Beiträge im Blog geben nicht zwingend die Meinung der Ortsgruppe wieder. Autor dieses Beitrags ist Torben Frank (TF) ´, welcher im ADFC Rendsburg als zertifizierter ADFC Tourguide Radtouren anbietet und als Verkehrsrechtlicher Sprecher fungiert. Als Privatperson hatte er eine Einwendung gegen die Planfeststellung des Ersatzneubaus der Rader Hochbrücke getätigt. Mit einer Petition versucht er, dem Wunsch nach einer Kanalquerung Nachdruck zu verleihen.

Link zur Petition: https://www.change.org/RadwegKanalquerungRaderA7Bruecke

Radweg neben A2 auf Brücke bei Minden

Vor der Pandemie und der Trennung von meinem Ex-Teilzeit-Arbeitgeber, der mich zur Kündigung mobbte und für gesundheitliche sowie wirtschaftliche Folgen bis heute keinerlei Verantwortung übernommen hat, nahm ich gerne das Fahrrad in der Bahn mit nach Kiel, weil dort das Radfahren sehr angenehm ist, anders als im Wirtschaftsraum Rendsburg, wo zu Lasten der Sicherheit und des Komforts des Radverkehrs bis heute gesetzliche Vorgaben nicht umgesetzt werden.Auf dem Rückweg gab es dann eine Radtour vom Campus heimwärts oder einem Termin im Raum Rendsburg.

Nutzen für Alle - Lärmschutz und verkürzte Alltagswege

Meine bevorzugte Strecke geht über Krummwisch und Bovenau-Wakendorf zu Fähre Schacht-Audorf. Schwierig wurde es, wenn ein Termin in Büdelsdorf anstand. Dann hieß es, entweder bei Sehestedt den Kanal queren oder einmal um die Obereider fahren. Wer sich den Bogen bei Sehestedt ansieht, welchen der Kanal schlägt, stellt fest, dass die Strecke verlängert wird.
Mein Weg zum Bahnhof wurde 2018 anfangs sporadisch, dann durch Vollsperrung des Eiland monatelang vollkommen gesperrt. Die mögliche kuze Umfahrung am Hafen vorbei, wurde mit Zeichen 239 StVO beschildert, d.h. Fahrzeugverkehr durfte nicht stattfinden. Damit war auch die Strecke zum Bahnhalt Schülldorf blockiert. Diese skandalös lange Sperrung einer verkehrswichtigen Verbindung, für die ausnahmsweise sogar Zahlen vorlagen, über ein 3/4 Jahr ist eigentlich einen eigenen Beitrag wert. Eine weitere Kanalwquerung über die Rader Hochbrücke hätte das Erreichen des Bahnhalts Bredenbek erleichtert.
Das sind ein paar Beispiele von denen, wo die zusätzliche Querung für mich persönlich Vorteile brächte. Aber der allgemeine Nutzen ist noch höher. Denn nach Aussage der DEGES wird die A7 auf der Rader Hochbrücke als "Gemeindeverbindungsstraße" genutzt. Das ist übrigens auch einer der Gründe, weshalb der Neubau 6-spurig erfolgt. Die Brücke liegt in der östlichen Peripherie des Wirtschaftsraums Rendsburg. Ein Blick auf die Karte zeigt, dass es dort an Kanalquerungsmöglichkeiten fehlt. Viele Strecken werden für andere Verkehrsarten als den motorisierten individualverkehr durch den Sperrkeil Obereider verlängert. 75 5 aller privaten Autofahrten erfolgen auf Strecken unter 15 km (Umweltbundesamt). Das trifft auch auf die "Gemeindeverbindungsstraße" A7 zu. Im Nordosten des Wirtschaftsraums gibt es wachsende Gewerbegebiete, in Büdelsdorf und Borgstedt.
Klimaschutz ist in aller munde. Die Anwohner der Gemeinden im Umfeld wünschen sich Lärmschutz. Sie bekommen unzureichenden Lärmschutz durch bauliche Maßnahmen. Es ist so, als wenn der Zahnarzt Schmerztabletten statt einer Wurzelbehandlung zur Therapie einsetzen würde. Eine Kanalquerung für den Radverkehr wäre wie die Säuberung zumindest eines Wurzelkanals. Denn für Kurzstreckenpendler würde der Umstieg vom Auto auf das Fahrrad attraktiv. 15 km ist eine Fahrradpendler-Distanz. Der Kfz-Fernverkehr würde von der Entlastung der A7 von einem Teil des Kurzstrecken-Kfz-Verkehrs genauso profitieren wie die Anwohner von sinkenden gesundheitlichen Emissionen. Von Kfz-Verkehr geht nicht nur Lärm aus. Reifenabrieb und Verbrennungsprodukte kommen hinzu. Ja, eine Verkürzung der Wege für den Radverkehr hätte auch für nicht radfahrende Anlieger im Umfeld der Brücke Vorteile. Und jene, die radfahren, für die verkürzen sich die Wege von Nord nach Süd enorm.

Wind und Höhe. Nutzung überhaupt möglich?

Albern ist die Behauptung, solch eine Brücke würde wegen der Höhe von Radfahrenden nicht angenommen. Der Wind wäre auch ein Argument. Die Alberhheit dieser Argumentation läßt sich daran erkennen, dass in den Niederlanden trotz Wind Radverkehrs stattfindet, Radverkehrs-Kreisverkehrsplätze mit Steigung über Kreisverkehrsplätzen für Kfz angelegt werden. Und gleich unweit des Landeshauses führen Holtenauer und Alte Levensauer Hochbrücken über den Kanal. Die Grünenthaler Hochbrücke wird ebenso wie die Kieler Beispiele trotz der Höhe von Alltagsradverkehr genutzt. Es zeigt sich, dass die Veranttwortlichen im Wirtschaftsministerium überhaupt keine Ahnung von Radverkehr, geschweige von der Alltagsmobilität mit dem Fahrrad im Land haben. Dass immer mehr Menschen bewußt auf Autofahrten verzichten, ihre Alltagserledigungen mit dem Fahrrad machen, die gesellschaftliche Verkehrswende geht an den Entscheidern vorbei.Auch in den Kommentaren zu Beiträgen wird deutlich, dass es noch nicht überall angekommen ist, dass es eben nicht nur Schüler:Innen, Studierende, Arme und Leute ohne PKW-Fahrerlaubnis sind, die im Alltag mit Muskelkraft mobil sind. Über 90 % der volljährigen Alltagsradfahrenden haben eine Fahrerlaubnis für PKW; einem Großteil steht ein PKW zur Verfügung. Sie sind nur so schlau, diesen nicht für Kurzsttrecken zu nutzen. Oder es wird schlichtweg der Zweitwagen der Familie eingespart. Die Familie hat dann übrigens mehr Kaufkraft, welche sie in der Region läßt. Denn Radfahrende kaufen auf ihren Alltagsstrecken ein.

Alte Levensauer Hochbrücke, Kiel

Gesellschaftlicher und rechtlicher Rahmen

In anderen Bundesländern ist es üblich, bei Autobahnbrückenneubauten den Radverkehr zu berücksichtigen. Das ist nicht nur im urbanen Umfeld der Fall. Wenn es zwei Radverkehrsinfrastrukturen wie die NOK-Routen nördlich und südlich des Kanals zu verbinden gilt, wird es bundesweit getan. In einem Wirtschaftsraum von 80.000 bis 120.000 Einwohnern kann durchaus von einem urbanen Umfeld gesprochen werden, zumal Wohn- und Gewerbegebiete verbunden werden.
Die Diskussion über die Straßenbaulast solcher Radwege neben Bundesfernstraßen ist älter als der Beginn der Planungen der DEGES für den Neubau neben der maroden Rader Hochbrücke. Ortsgruppensprecher Bodo Schnoor hatte den Radweg 2018 angeregt, weil er das Konzept auf seinen Radreisen kennengelernt hatte. Ich fand die Idee gut, nachdem ich festgestellt hatte, wie sehr diese Brücke einen Teil meiner Wege verkürzen könnte. Umso tiefer sass die Enttäuschung, als dann bei Vorlage trotz der bundespolitischen Diskussion über Klimaschutz und § 3 FStrG in den Planungsunterlagen tatsächlich kein Wort über die Option verloren worden war. Also gab es meinerseits fristgerecht die Einwendung wegen der fehlenden Bedarfsprüfung für einen Radweg (§ 3 II FStrG) ein. Nach nicht nur meiner Rechtsauffassung hätten Land, Bund und DEGES nachweisen müssen, dass kein Bedarf für einen Radweg besteht, um diesen nicht zu bauen. Erschreckend ist hierbei, dass dem Bundesverkehrsministerium die prekäre Situation des Radverkehrs bei Kanalquerung durch eine Petition an den Deutschen Bundestag bekannt war. Leider ist der Bund nur Straßenbaulästträger, aber das Bundesland übernimmt die Federführung. Die DEGES führt aus, was das Land ihr aufträgt. Die Versäumnis liegt also in der Landesverwaltung. Aber auch die betroffenen Kommunen hatten sich zu sehr auf Lärmschutz gestürzt, anstatt auch nachhaltige Mobilität zu berücksichtigen. Klimaschutz wurde gerade vom Bundesverfassungsgericht hoch angesiedelt. In schleswig-holstinischen Amtsstuben ist das leider noch nicht angekommen. Die Bundesregierung hatte gerade mit Blick auf Kurzstreckenfahrten unter 15 km und Radverkehrsförderung die Änderung des § 3 FStrG geändert.

Ziel der Petition

Wichtigste Ziele der Petition ist es, das Umdenken in den Amtsstuben Schleswig-Holsteins und die Schaffung einer Wege verkürzenden Lösung für Radverkehr im östlichen Wirtschaftsraum Rendsburg zu erreichen. Die Gefahr, dass das Land jetzt eine Chance vertut, ist sehr hoch. Es geht aber auch darum zuz zeigen, dass es nicht der Wunsch einzelner Akteure, sondern vieler Menschen im Land ist, auch mit dem Fahrrad mobil sein zu können. Der Zwischenstand ist schon eine kräftige Klatsche für die Landesverwaltung, aber auch für die beteiligten Amtsverwaltungen. Denn der Herkunft der Zeichner nach, hatten die Verwaltungen nicht die Wünsche einiger ihrer Einwohner berücksichtigt. Ich bin sehr dankbar, dass die Landeszeitung sehr objektiv berichtete, dass viele Menschen aus Rendsburg und vor allem aus dem östlichen Wirtschaftsraum die Mehrzahl der Zeichner stellen. Andere Betroffene aus Schleswig, Flensburg und Kiel sind auch unter jenen, welche die Petition schon unterstützen, es gibt Zuspruch aus ganz Schleswig-Holstein und dem Bundesgebiet. Fahrradaktivisten aus anderen Bundesländern schütteln den Kopf über diese Ignoranz gegenüber den Möglichkeiten. Mit diesem klaren Rückhalt geht es nach dem 28. Februar vor das Verwaltungsgericht.

Link zur Petition: https://www.change.org/RadwegKanalquerungRaderA7Brueckehttps://www.change.org/RadwegKanalquerungRaderA7Brueckehttps://www.change.org/RadwegKanalquerungRaderA7Brueckehttps://www.change.org/RadwegKanalquerungRaderA7Bruecke

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 14. März 2022 um 20:08 Uhr
 
«StartZurück12345678910WeiterEnde»

Seite 4 von 20

© ADFC 2010